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 Betreff des Beitrags: Geschäftsprozessmodelle für RoR?
BeitragVerfasst: 15 Okt 2012, 13:46 
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Nuby

Registriert: 19 Sep 2012, 12:43
Beiträge: 5
Hi Leute,

ich würde mich gerne im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit mit Ruby on Rails befassen. Unter anderem würde mich dafür interessieren, ob Web-Entwickler, die auf Ruby on Rails setzen in der Praxis mit Geschäftsprozessmodellen arbeiten (was sie mit Sicherheit in irgendeiner Art und Weise tun werden) und dan vor allem, ob es für RoR so etwas wie ein Best-Practice Modellierungskonzept gibt.
Z.B. habe ich gelesen, dass für Web-Entwicklung ohne Frameworks gerne die Möglichkeit genutzt wird, BPMN Modelle mittels Generatoren in die WebML zu übersetzen und dann aufgrund von diesen Modellen Anwendungssysteme zu erstellen.
Da aber RoR ja generell durch seine integrierten Generatoren (wenn ich die Scaffolds usw. mal so nennen darf) schon viel (technische) Modelleriungsarbeit abnimmt, könnte ich mir vorstellen, dass es da andere Praktiken gibt.

Hat irgendjemand von euch da nen Überblick bzw. praktische Erfahrungen? ...oder nen Anreiz wie und wo ich darüber verwertbare und zuverlässige Infos bekommen kann? Googeln brachte bisher nichts...

Ich bin im übrigen weder ein Experte für RoR noch für Web-Entwicklung, also falls meine obigen Ausführungen falsch, unvollständig oder sonstwie verbesserungswürdig sein sollten, dürft ihr mich auch gerne darauf aufmerksam machen :-)

Viele Grüße und Dankeschön schon mal im Voraus!

Markus


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BeitragVerfasst: 15 Okt 2012, 21:00 
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Interpreter
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Registriert: 03 Jul 2006, 14:53
Beiträge: 4872
Wohnort: RLP
Ich glaube, du sitzt da wirklich dem einen oder anderen Missverständnis auf.

Das erste ist die latente Annahme, dass Webentwickler "mit Sicherheit" irgendwie mit Geschäftsprozessen generell und Geschäftsprozessmodellen im speziellen arbeiten. Die meisten tun das nicht. In der Webwelt sind Produkte sehr weit verbreitet, die sehr spezielle Business-Aspekte abbilden (wenn sie überhaupt mit Business arbeiten), aber selten komplexe, freie Workflows. Und da läuft es meistens auf "selbstgebaut nach Schema" hinaus. Die meisten dieser Workflows lassen sich über simple state machines abbilden - dafür gibt es in der Ruby-Welt wieder sehr extensive Bibliotheksunterstützung. Es gibt auch eine populäre Workflow-Engine namens Ruote, die komplexere Sachen wie zeitliche Abhängigkeiten etc. abbilden kann (Ruote kann auch die meisten Konzepte der BPMN ausdrücken). Meist läuft es dabei nicht auf Generatoren hinaus, sondern auf deklarative Beschreibungen in Ruby selbst (Stichwort DSLs). All diese Bibliotheken lassen sich sehr kompakt programmieren, was eine kompakte Beschreibung für einen Genererator unnötig macht.

Darüber hinaus lässt sich Ruby sehr leicht an Java binden, insofern lassen sich auch alle Projekte aus der Java-Welt anbinden, die Geschäftsprozesse abbilden.

Das zweite ist die Fragestellung: nein, in Rails gibts das nicht, weil es ganz weit aus dem Scope des Projekts fällt. Rails ist ein Framework zum entwickeln von Webfrontends im weitesten Sinne: links HTTP rein, rechts Interaktion mit einem Datenstore. Dazu unterstützung zum Rendern von HTML- und JSON-Dokumenten und laden von JavaScript, aber mehr nicht. Rails gibt darüber hinaus wenig Strukturen vor und kann grundsätzlich erstmal mit allem.
Scaffolds nehmen einem auch keine Modellierungsarbeit ab: sie generieren nur Boilerplate-Code auf simpelste Art und Weise.

Generell: wenn "Modelling (Language|Notation)" auftaucht, schaut man in der Ruby-Community erstmal zweimal schief nach. Nicht, dass sie abgelehnt werden, aber in der Ruby-Welt herrscht die Meinung vor, dass die Versprechen von Modellierungssprachen sich selten im gewünschten Umfang bewahrheiten. Womit man sicher nicht immer richtig liegt, aber manchmal auch nicht so falsch.

Gruß,
Skade


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BeitragVerfasst: 17 Okt 2012, 15:38 
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Nuby

Registriert: 19 Sep 2012, 12:43
Beiträge: 5
Hey Skade,

danke für deine Antwort. Dein Beitrag hat mir viele neue Ansätze geliefert - und mir wiedermal den allgegenwärtigen Unterschied zwischen Theorie und Praxis vor Augen geführt :)
Am interessantesten fand ich den Verweis auf die Workflow Engine Route, die laut Doku auch oft in Rails integriert wird (http://ruote.rubyforge.org/with_rails.html).

Grüße

Markus


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